Rheuma Lexikon
So verstehen Sie das Arzt- / Patientengespräch. Viele Begriffe hören sich kompliziert an. Hier können Sie sich über Fachausdrücke zu Ihrem Krankheitsbild informieren.
Abwehrsystem
Auch Immunsystem genannt; Gesamtheit aller Gewebe und Zellen zur Abwehr körperfremder Substanzen (z.B. Krankheitserreger wie Viren und Bakterien). Wichtiger Bestandteil des Abwehrsystems sind Lymphozyten.
ACR-Kriterien
Kriterien des amerikanischen rheumatologischen Colleges zur Feststellung einer rheumatoiden Arthritis.
Akut-Phase Proteine
Eiweißstoffe im Blut, die bei akuten Entzündungen bzw. in der akuten Phase chronischer Entzündungen entstehen; Hinweis auf das mögliche Vorliegen einer rheumatischen Erkrankung.
ANA
Abk. für antinukleäre Antikörper
Antinukleäre Antikörper
Antikörper, die gegen den Kern körpereigener Zellen gerichtet sind und so Störungen der Zellfunktion bewirken können.
Antigen
Merkmal auf der Oberfläche von körperfremden Substanzen (z.B. Krankheitserreger wie Viren und Bakterien).
Antikörper
Eiweißstoffe, die nach Kontakt mit bestimmten Merkmalen auf der Oberfläche von Krankheitserregern (Antigen) von Plasmazellen gebildet werden. Verbinden sich mit fremdem Antigen nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip und lösen damit eine Reihe von Abwehrreaktionen aus, die zur gezielten Zerstörung und Beseitigung des Keims führen. Antikörper können, im Labor hergestellt, auch als Medikament eingesetzt werden, indem sie gezielt Oberflächenmerkmale von Zellen erkennen, an diese binden und sie zerstören. Dazu gehört der Antikörper Rituximab, der nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip ausschließlich an B-Zellen bindet, die auf ihrer Oberfläche das Merkmal CD20 tragen (CD20-positive B- Zellen). Durch diese Bindung werden die CD20-positiven Zellen durch unterschiedliche Mechanismen zerstört.
Antirheumatika, nichtsteroidale
Abk. NSAR; Medikamente mit entzündungshemmender Wirkung.
Arthritis
Gelenkentzündung, Entzündung eines Teils der Gelenkkapsel; führt zu Schmerzen, Schwellung, Erwärmung, Rötung, Erguss, Verminderung der Gelenkbeweglichkeit; führt bei längerer Entzündung zur Zerstörung des Gelenks; wichtiger Teil des Krankheitsbildes der rheumatoiden Arthritis.
Arthrose
Schädigung eines Gelenks durch Überbeanspruchung ("Verschleiß"); dabei wird der Knorpel im Gelenk aufgerieben und schließlich völlig zerstört.
Arthrosonografie
Gelenksonografie; Untersuchung von Gelenken durch Ultraschall.
Autoantikörper
Antikörper, die durch eine Fehlfunktion des Immunsystems gegen körpereigene Stoffe gerichtet sind und so zu Autoimmunkrankheiten führen.
Autoimmunerkrankung
Folge einer Fehlsteuerung des Abwehrsystems, bei der sich vor allem B-Lymphozyten und T-Lymphozyten gegen körpereigenes Gewebe richten und es zerstören (Beispiel rheumatoide Arthritis).
Biologicals
Medikamente, die körpereigenen Stoffen nachempfunden sind und beispielsweise gegen die rheumatoide Arthritis eingesetzt werden.
B-Lymphozyt (B-Zelle)
Neben T-Lymphozyten eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Lymphozyten). Werden im Knochenmark produziert und wandeln sich nach Kontakt mit dem Krankheitserreger zu Plasmazellen um, die schützende Antikörper produzieren, woraufhin der Krankheitserreger ausgeschaltet wird.
CD20
Bezeichnung für einen bestimmten Eiweißstoff, der auf der Oberfläche von B-Lymphozyten sitzt. Findet sich nicht auf Stamm- und Plasmazellen. CD20-positive Zellen sind der Angriffspunkt für den Antikörper Rituximab zur Behandlung der RA.
Chronische Erkrankung
Eine sich langsam entwickelnde und/oder lang andauernde Erkrankung.
C-reaktives Protein
Abk. CRP; Eiweißstoff, das anzeigt, dass sich irgendwo im Körper eine Entzündung abspielt.
Entzündung
Eine Reaktion des Körpers, um fremde Stoffe zu eleminieren; dieser Vorgang kann auf eine bestimmte Region beschränkt sein oder den gesamten Körper mit einbeziehen. Klassische Entzündungszeichen sind Rötung, Hitze, Schmerz, Schwellung und Funktionsstörung.
Gold
Medikament aus der Gruppe der Basismedikamente gegen rheumatoide Arthritis.
Immunsystem
Auch Abwehrsystem genannt; Gesamtheit aller Gewebe und Zellen zur Abwehr körperfremder Substanzen (z.B. Krankheitserreger wie Viren und Bakterien). Wichtiger Bestandteil des Abwehrsystems sind Lymphozyten.
Infusion
In der Regel tropfenweise Verabreichung eines (flüssigen) Medikaments über eine Nadel, meist über die Vene (intravenös).
Interleukin (IL)-1
Entzündungsfördernder Botenstoff, gehört zur Gruppe der Zytokine. Wird von B-Lymphozyten und T-Lymphozyten gebildet.
Intravenös
Lat.: "in eine Vene hinein".
KortisonStarkes entzündungshemmendes Medikament. Körpereigenes Hormon der Nebenniere, Stresshormon.
Leukozyten
Weiße Blutkörperchen; gehören zum Immunsystem und sind wichtiger Bestandteil der Immunabwehr.
Lymphozyten
Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die bei der körpereigenen Abwehr von Krankheitserregern eine wichtige Rolle spielen. Man unterscheidet B-Lymphozyten und T-Lymphozyten. Bei der rheumatoiden Arthritis sind diese Zellen fehlprogrammiert, erkennen die Gelenk-innenhaut irrtümlicherweise als fremd und attackieren sie mit einer schweren Abwehrreaktion (Autoimmunerkrankung, Zytokine).
Plasmazelle
Ausgereifter B-Lymphozyt, produziert schützende Antikörper, mit denen in den Körper eingedrungene Krankheitserreger gezielt zerstört werden.
Polyarthritis
Entzündung einer Vielzahl von Gelenken (mindestens fünf), zum Beispiel die rheumatoide Arthritis (auch als chronische Polyarthritis bezeichnet).
Rheumafaktor (RF)
Fälschlicherweise von fehlgeleiteten B-Zellen bei rheumatoider Arthritis gebildeter Antikörper. Liegt der Rheumafaktor in höheren Mengen im Blut vor, kann dies mit einem aggressiveren Krankheitsverlauf einhergehen. Kann bei zirka 70 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis im Blut nachgewiesen werden.
Rheumatoide Arthritis: (auch: chronische Polyarthritis); häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke, gilt als Autoimmunkrankheit. Die Entzündung der Gelenke führt zu Schwellung, Schmerz und Bewegungseinschränkung. Wird die Entzündung nicht gestoppt, können die Gelenkstrukturen bis zur Zerstörung von Knorpel und Knochen geschädigt werden und ihre Bewegungsfähigkeit verlieren.
Rituximab
Antikörper, der gezielt an CD20-positiven B-Zellen bindet und diese über mehrere Mechanismen zerstört. Plasmazellen oder Stammzellen bleiben unbeeinträchtigt, wodurch die protektive Immunabwehr erhalten bleibt. Rituximab kann die Symptome deutlich reduzieren: die Entzündung wird aufgehalten, betroffene Gelenke schwellen ab, ein weiterer Fortschritt der Gelenkzerstörung wird verhindert. Therapieerfolge sind bis zur klinischen Beschwerdefreiheit belegt.
Stammzellen
Frühe Vorläuferzellen, aus denen im Knochenmark neue Zellen nachgebildet werden.
T-ZellenNeben B-Lymphozyten eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Lymphozyten). Reifen im Thymus heran und bilden nach Kontakt mit einem Krankheitserreger Botenstoffe (sog. Zytokine), die zu Abwehrreaktionen führen und damit die Eindringlinge zerstören.
Tumornekrosefaktor (TNF) alpha
Entzündungsfördernder Botenstoff, gehört zur Gruppe der Zytokine. Wird von B-Lymphozyten und T-Lymphozyten gebildet. Kann medikamentös durch TNF alpha-Blocker abgefangen werden.
Zytokine
Entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine), werden von B-Zellen und T-Zellen gebildet. Bei rheumatoider Arthritis wichtige Zytokine sind Tumornenekrosefaktor (TNF) alpha, Interleukin (IL)-1 und Interleukin (IL)-6.
Informations-Pool: Rheumatoide Arthritis
- Was versteht man unter Rheumatoider Arthritis und wie sieht die Krankheitssituation in Deutschland aus
- Auslöser bei der Rheumatoiden Arthritis
- Krankheitsverlauf - das offene Patientengespräch
- Frühe Diagnose wichtig
- Therapieziel
- Die innovative Therapie bei der Rheumatoiden Arthritis
- Therapieerfolg bei Rheumatoider Arthritis durch Hemmung der Wirkung von Interleukin-6 (IL-6)
- Tocilizumab - Studien zur Wirksamkeit
- Physiotherapie bei Rheumatoider Arthritis
- Bewegung muss sein
- Wirtschaftlichkeit
- Ernährungstipps für Betroffene
- Rheuma Service-Center
- Rheuma-Lexikon - Für das Arzt- / Patientengespräch

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