Schulangst

Es gibt im Laufe einer Schülerlaufbahn manche Situation, die Angst auslöst. Schulangst kann vielfältige Ursachen haben. Sie kann bei Erstklässern oder beim Übergang oder Wechsel von einer Schule in die andere auftreten. Meist verschwindet diese Unsicherheit nach einigen Wochen, sobald sich das Kind an die neue Situation gewöhnt hat. Erpressung, Schlägereien auf dem Schulhof und Mobbing im Klassenzimmer sind leider recht häufig. Die Gründe sind vielschichtig. Manche Kinder haben Ärger im Elternhaus und reagieren dies im Schulalltag ab, vielen jedoch mangelt es schlicht an Gruppenerfahrung. Eine Klassengemeinschaft ist ein kompliziertes, soziales Gefüge mit gruppendynamischen Effekte wie Konkurrenz, dominierende Persönlichkeiten und vom Lehrer bewusst oder unbewusst bevorzugte Schüler. Kinder müssen sich ihren Platz in diesem Gefüge selbst suchenm, erst wenn es zu großem psychischem Druck oder Schlägereien kommt, sollten eingegriffen und zunächst mit dem Klassenlehrer geredet werden. Auch der Schulpsychologische Dienst kann eingeschaltet werden.

Mit geradezu meistehaften Strategien verstehen es die Kinder, ihre Schulängste zu verbergen. Sie finden Ausreden wie Müdigkeit, Bauch- und Kopfschmerzen bis hin zur Leistungsverweigerung, um von ihrer Angst abzulenken. Diese Angst kann auch indirekt über die Eltern entstehen, sie muß nicht von der Schule selbst ausgehen. Kinder brauchen die Sicherheit, unabhängig von ihren Leistungen geliebt zu werden. Eltern sollten ihre Erwartungshaltung dem Kind gegenüber offen zum Ausdruck bringen, damit es die Möglichkeit hat, darauf zu antworten. Auch mit den Lehrern erfolgen sollte ein offenes Gespräch gesucht werden.

Eltern sollten keinen falschen Stolz haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei körperliche Beschwerden der Kinder, die im Zusammenhang mit der Angst auftreten, sollte stets ein Arzt hinzugezogen werden.

Auch ein Schulpsychologe kann hinzugezogen werden. Er kann bei Lern- und Leistungsstörungen, die das Arbeitsverhalten, die Konzentrationsfähigkeit, die Motivation oder die Angst vor Prüfungssituationen betreffen, weiterhelfen. Er sucht dazu zunächst ein gemeinsames Gespräch mit Schülern und Eltern, er versucht, die Ursachen der Probleme aufzudecken und erarbeitet gemeinsam mit den Beteiligten Lösungsmöglichkeiten. Dabei ist er zur Verschwiegenheit verpflichtet und darf nur auf ausdrücklichen Wunsch der Hilfesuchenden Informationen an Lehrer oder Schulleitung weitergeben.

[Volker Glaser für MEDIZIN ASPEKTE]


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