Asthma und COPD - richtige Behandlung der Atemwege

Die Behandlung der COPD steht auf zwei wichtigen Säulen: Die Bekämpfung der Atemwegsverengung ist die eine und die Eindämmung der Entzündungsprozesse die andere.

Erkrankungen der Atemwege gehören zu den häufigsten Leiden der Menschheit. So zählen zum Beispiel Lungenentzündungen und die Tuberkulose weltweit zu den zehn führenden Todesursachen. In den modernen Industriestaaten haben diese beiden Infektionskrankheiten ihren "epidemischen Charakter" jedoch glücklicherweise verloren.

In der Ära der Antibiotika verschwinden derart klassische Lungenkrankheiten mehr und mehr aus unserem Alltagsbild. Dafür nimmt die Häufigkeit anderer nicht minder gefährlicher Lungenkrankheiten in erschreckendem Maße zu. Dazu gehören vor allem die "chronisch obstruktive Lungenerkrankung "COPD" und das "Asthma bronchiale". Beide Krankheiten "rauben die Atemluft", weil sie die Atemwege verengen. Man fasst sie deshalb unter dem Begriff "obstruktive Atemwegserkrankungen" (Obstruktion = krankhafte Verengung der Luftwege) zusammen. Trotz dieser Gemeinsamkeiten haben beide Krankheiten ganz verschiedene Ursachen: Asthma entsteht meist auf der Basis einer Allergie, die Chronic Obstructive Pulmonary Disease ist hingegen fast immer eine Folge jahrelangen Zigarettenrauchens.

 

COPD + Atemnot: Entzündung + Atemwegsverengung
Wir wissen heute, dass Asthma eine chronisch entzündliche Erkrankung der Bronchialschleimhaut ist, die mit einer Überempfindlichkeit der Bronchien und einer anfallsweisen Verengung der Atemwege einhergeht. Die Bronchialmuskulatur verkrampft, die Schleimhäute schwellen an und behindern den Luftstrom bzw. den Gasaustausch in der Lunge so stark, dass sich im Blut immer mehr Kohlendioxid anreichert.

Unser Körper sendet darauf hin das Alarmsignal "Atemnot". Neben der Atemwegseinengung spielt aber noch ein weiterer Prozess eine bestimmende Rolle beim Asthma. Er ist erst in den letzten zwanzig Jahren in vollem Umfang verstanden worden. Asthmatiker haben immer auch eine chronisch entzündete Bronchialschleimhaut. Damit schließt sich der Kreis der Gemeinsamkeiten von COPD und Asthma wieder: Auch letztere ist durch entzündliche Prozesse der Atemwege gekennzeichnet.

Asthma & COPD: Behandlung
Es liegt geradezu auf der Hand, dass die Behandlung sowohl des Asthmas als auch der COPD auf zwei wichtigen Säulen stehen: Die Bekämpfung der Atemwegsverengung ist die eine und die Eindämmung der Entzündungsprozesse die andere. Mit letzterer wollen wir uns hier ein wenig detaillierter beschäftigen, denn nur eine wirksame Entzündungshemmung vermag die Atemwegsbeschwerden langfristig unter Kontrolle zu halten. Eine antientzündliche "Basis-Therapie" gilt daher als oberstes Gebot der medikamentösen Behandlung.

Glukokortikoide und ihre Wirkungsweise
Heutzutage sind zahlreiche Substanzen bekannt, die entzündungshemmende Eigenschaften zeigen. Kortison ist der Entzündungshemmer schlechthin. Dieses körpereigene, natürliche Hormon wird ständig in der Nebenniere gebildet und reguliert vielfältige biologische Prozesse unseres Organismus. Vor allem aber ist es das wirksamste natürliche Mittel gegen entzündliche Prozesse.

Bei der Behandlung der entzündeten Bronchialschleimhaut muss dieses körpereigene Kortison allerdings durch zusätzliche Medikamente unterstützt werden. Glukokortikoide sind sehr eng mit dem Kortison und vielen anderen körpereigenen Wirkstoffen verwandt. Sie werden im Rahmen der Asthma- und COPD-Behandlung über ein ausgeklügeltes Inhalationssystem eingeatmet und entfalten in den Bronchien und in der Lunge ihre entzündungshemmende Wirkung ohne den Organismus insgesamt zu belasten. Dabei kommt ein äußerst vielschichtiger Wirkmechanismus zum Tragen, an dem Hunderte biochemische Einzelreaktionen beteiligt sind.

Vereinfacht kann man sich vorstellen, dass die Glukokortikoidmoleküle in die Zellen der Bronchialschleimhaut wandern und dort an bestimmte Rezeptoren "andocken", wodurch letztere aktiviert werden. Der nunmehr aktivierte Rezeptor wandert daraufhin zum Zellkern, um seinerseits an der dort aufbewahrten DNA, dem Träger aller Informationen des Zellgeschehens und Steuerzentrale für die "zellinternen" Produktionsvorgänge, anzukoppeln. Dort gibt er gewissermaßen den "Befehl", die Produktion von "Entzündungsstoffen" in der Zelle zu drosseln, dafür jedoch die Produktion von "entzündungshemmenden Stoffen" zu verstärken.





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