Bonner Forscher lokalisieren Gedächtnis

Bonner Forscher lokalisieren Gedächtnis[/b]

Erinnerung ist von Synchronisation zweier benachbarter Gehirnregionen abhängig.

Forscher der Uni Bonn sind der Frage, warum u.a. nach einer Bekanntmachung bestimmte Namen im Gedächtnis bleiben, andere wiederum für das Gehirn "Schall und Rauch" sind, einen bedeutenden Schritt näher gekommen. Die Arbeitsgruppe für kognitive Neurophysiologie untersuchte bei Epilepsie-Patienten die elektrische Aktivität zweier benachbarter Hirnregionen. Die Ergebnisse zeigten, dass beide Areale Hand in Hand arbeiten müssen, damit sich eine Person zu einem späteren Zeitpunkt an etwas erinnert. Die Studie unter der Leitung des Neurophysiologen Guillén Ferndández ist in Nature Neuroscience veröffentlicht.


 
Die Arbeitsgruppe nahm die Gehirnregionen unter die Lupe, die bei der Gedächtnisbildung eine bedeutende Rolle spielen. Sie untersuchten jene Strukturen, die über Erinnern und Vergessen entscheiden und in der Tiefe des Schläfenlappens liegen, der so genannte "Hippokampus" und der "rhinaler Kortex". Die Regionen liegen lediglich 15 Millimeter auseinander. Wird eine der beiden Strukturen verletzt, kann die betroffene Person keine neuen Erinnerungen speichern.

Ferndández und sein Kollege Jürgen Fell untersuchten eine Gruppe von neun Epilepsiepatienten, denen Elektroden direkt in den mittleren Schläfenlappen implantiert wurden. Anschließend zeichneten die Forscher das Hirnstrom-Muster beider Gedächtnisregionen auf. Währenddessen präsentierten sie den Versuchspersonen eine Reihe von Wörtern, die sie sich einprägen sollten. Waren die Hirnströme in den beiden Regionen für wenige hundert Millisekunden genau im Gleichtakt, konnten sich die Probanden später an das zu diesem Zeitpunkt gezeigte Wort erinnern.

Die Bonner Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Gleichtakt der Hirnströme (Synchronisation) für eine Zusammenarbeit von rhinalem Kortex und Hippokampus spricht. Werden zwar verschiedene Aspekte eines Sinneseindruckes in unterschiedlichen Hirnregionen verarbeitet, erfolgt eine Zusammenfügung im rhinalen Kortex. Im Zusammenspiel mit dem Hippokampus gelangt die Information ins Gedächtnis. Die Ergebnisse bezeichnet der Hirnforscher Anthony Wagner vom Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) als "Meilenstein" in der Gedächtnisforschung.

Die Informationen sind nachzulesen unter
http://www.uni-bonn.de
http://www.verwaltung.uni-bonn.de/presse/gedaechtnis.pdf
http://web.mit.edu


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